Shelties vom Affinger Bach

PDA = Patent Ductus Arteriosus

“Der offene Ductus Arteriosus” ist eine normale fötale Verbindung zwischen der Lungenarterie und der Aorta, nahe der Herzbasis. Dieses ist ein Shunt (Kurzschluss) für den Blutfluss des nichtatmenden Föten, wobei das Blut bis zur Geburt direkt in die Aorta und den arteriellen Kreislauf geleitet wird.
Normalerweise soll sich der Ductus gleich nach der Geburt schliessen.
wenn das nicht der Fall ist, wird Blut aus der unter hohem Druck stehenden, linken Seite des Herzens in die Lungenarterie gepresst, wobei ein “Maschinengeräusch” entsteht.
Wenn die Überlastung der Lungenarterie zu einer pulmonalen Hypertonie führt, die hoch genug ist, um den Blutfluss umzukehren, kann es zu einem Zusammenbruch des Kreislaufs kommen.”

aus: “Hundezucht, Therapie, Genetik für Tierärzte und Züchter am Beispiel Collie” von Dr. Sharon Lynn Vanderlip

Bei unserer Evita setzte diese normale Entwicklung nicht ein.
Allerdings haben wir gar nichts davon mitbekommen: Evita verhielt sich völlig unauffällig, sie entwickelte sich völlig normal, spielte mit ihren Geschwistern und auch ihre Gewichtszunahmen zeigten keinerlei Auffälligkeiten. Bei einer Routineuntersuchung im Alter von 6 Wochen stellte unser Tierarzt Dr. Lorenz Dirr untypische Herzgeräusche fest, die auch zwei Wochen später noch zu hören waren. Zur endgültigen Diagnose fuhren wir zum Karidologen nach München, der dann den PDA diagnostizierte.
Nun folgte die Suche nach einem erfahrenen Arzt, der Evita operieren sollte. Dabei mussten wir zunächst die zwei grundverschiedenen Operationsmethoden gegeneinander abwägen, Risiken ausschließen und schauen, welche Methode für Evitas PDA geeignet ist: Bei der “klassischen” Methode arbeiten die Tierärzte am offenen Herzen und Brustkorb mit Intensivtechnik, bei der neuen Variante wird mittels eines Katheters der Shunt geschlossen.
Wir entschieden uns nach kurzem Überlegen für die Kathetervariante an der Tierklinik der Ludwigs-Maximillian-Universität in München. Dort praktiziert Hr. Dr. Gerhard Wess seit 2003 diese neue Operationsmethode, welche er vorher in den USA lernte und praktizierte.
Ein Untersuchungstermin war schnell zu bekommen, denn ein PDA sollte so schnell wie möglich operiert werden, eine Mindestgröße ist allerdings erforderlich.
So fuhren wir am 14.01.2004 nach München, wo wir nicht nur von Oberarzt Dr. Gerhard Wess, sondern auch von zahlreichen Studenten und Doktoranden erwartet wurden, die sich darauf freuten, endlich mal einen PDA diagnostizieren zu können (uns freut es sehr für die Studenten, dass sie nun ein Anschauungsexemplar hatten - aber musste es unbedingt ein Welpe aus unserer Zucht sein?). Evita ließ alles über sich ergehen, jeder Student durfte einmal ihren Brustkorb abhören. Dr. Gerhard Wess erklärte auch uns was alles aus dem Farbdoppler-Ultraschallbild zu erkennen und zu berechnen sei, auch das “Maschinengeräusch” kam deutlich hörbar aus den Lautsprechern.

Die Operation verlief erfolgreich, Evita konnte nach 2 Tagen die Klinik wieder verlassen.

Evita vom Affinger Bach
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